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Das unheimliche Treffen

„Seeeeeeeliiina! Komm mal schnell nach unten! Wir haben endlich eine Nachricht deiner Schwester!“, ruft meine Mutter. Was? Eine Nachricht von Xenia? Sie ist doch verschollen! Ich renne nach unter ins Wohnzimmer. Dort lieg schon die Post auf dem Tisch. Ein Brief ist an mich adressiert: An meine Schwester Selina. Ich reiße ihn auf und las ihn laut vor: „Hallo Mama, hallo Papa, hallo Felix, hallo Selina, Viele Grüße aus dem Jenseits. Ich weiß, ihr habt jetzt Angst, doch mir ist nichts Schlimmes passiert. Zum Glück!J Ich habe mich nur entschieden, ein Geist zu werden. Das ist doch nichts Schlimmes, oder? Ich hoffe nichtJ. Es ist nur, ihr solltet euch vielleicht auch überlegen, Geister zu werden. Warum werdet ihr jetzt fragen? Die Antwort ist ganz einfach: Erstens: Ihr würdet mich nicht nur alle fünf Jahre sehen, in denen ich euch erscheinen darf, sondern die ganze Zeit. Zweitens: Ihr würdet Zaubern lernen. Das kann sich manchmal als ziemlich nützlich erweisen und damit könnt ihr auch noch anderen Menschen helfen. Okay mehr Gründe fallen mir im Moment leider nicht ein, aber ich hoffe sie reichen aus. Ich hoffe ihr macht euch nicht allzu viele Sorgen. Eure Tochter und Schwester XeniaJJ PS: Hier ist noch eine Nachricht für Selina: komm am 27.03.2012 um 07:00 Uhr zur Schule, dort will ich dir etwas zeigen. PPS: Ich habe euch alle lieb!!!“ Nur das PS lasse ich weg. Mein Vater hat mir zugehört und sagt nun: „Ich fasse es nicht. Warum hat sie das getan?“ Darauf weiß keiner eine Antwort. Vielleicht hätte ich die Nachricht an mich doch nicht verschweigen sollen, aber jetzt ist es zu spät. Vielleicht es ja auch besser so. Einen Moment: Irgendetwas ist am 27.03 besonders, aber ich weiß nicht mehr was. Keine Ahnung. Ach egal. Es fällt mir bestimmt gleich wieder ein. Ich fragte meine Mutter: „Kann ich mal deinen Kalender haben? Es ist wichtig.“ Sie fragte: „Was ist denn so wichtig?“ „Geheim!“, antwortete ich. Mein Vater witzelte: „Oh! Es geht bestimmt um eine Verabredung, habe ich recht oder liege ich richtig?“ „Keins von beidem, du liegst falsch. Ich wollte nur wissen, ob ich da Ferien habe. Aber mich kannst du damit nicht ärgern. Es ist mir egal, aber hör auf. „Ha! Es ist dir doch nicht egal, wenn wir aufhören sollen“, rief Felix. Er ist mein kleiner Bruder, aber nur ein Jahr jünger. Xenia war meine Zwillingsschwester, aber wir sahen uns nicht ähnlich. Jetzt ist sie ein Geist. Es wäre bestimmt cool Geist zu sein. Bis zu dem Treffen sind es noch drei Wochen. Eine sehr lange Zeit, wenn man sie mit Warten verbringt. Immerhin nicht ein Jahr. Aber Moment mal… 2012? Das ist doch schon vorbei! Vielleicht hat sie sich verschrieben? Ich glaube eher nicht. Vielleicht ist an diesem Tag etwas passiert, was eine wichtige Rolle spielte! Ich muss mal überlegen. Es war der letzte Schultag… Jetzt weiß ich wieder! Morgens gingen wir wie immer zur Schule, mit „wir“ meine ich Xenia, Felix und ich. Felix nervte uns wie immer. So sind halt kleine Brüder. Also kann das schon einmal nicht der Grund sein. Etwas anderes… aber was? Ehrlich gesagt habe ich keine Ahnung. Was ist an diesem Tag so besonders? Es war doch alles ganz normal. Na ja fast. Wir bekamen eine Arbeit zurück. In Mathe, dieses Fach hasste sie schon immer. Die Lehrer auch. Sie konnte sich die Zahlen nie erklären, dafür konnte sie am besten Geschichten schreiben. Ich bin das genaue Gegenteil. Ich bin die Beste in Mathe, bin aber katastrophal in Deutsch. Eigentlich halfen wir uns gegenseitig, aber jetzt ist sie ein Geist. Vielleicht muss sie jetzt ja nicht mehr in die Schule gehen? Das wäre cool. Oder sie geht in eine Geisterschule? Da hat sie bestimmt kein Mathe oder Deutsch. Oh, Mist, ich schweife ab. Also…In der Arbeit hatte ich eine Eins, sie eine Fünf, obwohl wir vorher zusammen geübt hatten. Sie erklärte das damit, dass wir zwar übten, sie in der Arbeit nichts mehr wusste. Ich verstand sie. So geht es mir immer in Deutsch. Sie war aber so enttäuscht, dass sie anfing zu weinen. Die anderen in der Klasse merkten es und lachten sie aus. Sie wurde wütend und schrie: „Was würdest du denn mit meiner Note machen?“ Unglücklicherweise hatte der eine zwei und antwortete natürlich mit abfälligem Ton: „Tja. Dazu muss man erst einmal eine fünf haben, die ich aber nicht habe!“ Da war Xenia noch enttäuschter. Ich versuchte sie aufzumuntern: „Kann doch jedem mal passieren. Dafür bist du die Beste in Deutsch!“ Sie antwortete nicht. In der nächsten Stunde hatten wir zwar Deutsch, aber sie wurde auch nicht fröhlicher. Es war ein Trauerspiel. Ich wusste nicht was ich machen sollte, also machte ich nichts. Hätte ich vielleicht etwas machen sollen? Ich weiß es nicht. Im Moment überlege ich gerade, ob das das war, was sie mir zeigen wollte. Ich bin nicht sicher. Müsste ich dann nicht ein Zeichen bekommen? Leise flüstere ich: „Xenia, was hast du nur getan?“ Ich bin so unglücklich! Aber gerade ist mir etwas eingefallen: Damals habe ich doch noch immer in mein Notizbuch geschrieben, als mein Tagebuch voll war. Xenia lachte mich immer aus. Mir war ihr Spott völlig egal (Na ja vielleicht nicht ganz völlig, aber zum größten Teil). Aber jetzt macht es sich ja bezahlt. Hoffe ich… „Jaaaaaaaaaaaaaaaa“, das war der Schrei, den ich ausstieß, als ich mein Notizbuch fand. Ich werde den Eintrag zum 27.03.2012 abschreiben. Hoffen wir, dass ich einen Hinweis finde! Freitag,den 27,03,2012 Heute ist der letzte Schultag vor den Ferien. Zum Glück! Ich finde, es müsste alle zwei Wochen eine Woche Ferien geben, damit sich die Schüler „vom harten Schulalltag erholen können“ (diesen Satz sagte meine Mutter mal, als ich sie fragte, warum es Ferien gibt). In der Mathestunde war ich erleichtert, weil ich Mathe ja mag. Aber Xenia leider nicht. Dafür mag sie Deutsch (was ich nicht so ganz verstehe). Aber das ist nur so halb das Thema. Am LETZTEN SCHULTAG VOR DEN FERIEN teilte die Lehrerin uns noch die Arbeiten aus! Warum machte sie so etwas? Wollte sie allen Anderen noch die Ferien mit einer schlechten Arbeit vermiesen? Ich schreibe, dass sie allen Anderen die Ferien vermiesen wollte, weil ich eine Eins hatte und die beste Note der Anderen eine Vier war. Xenia hatte eine Fünf. Wie schon gesagt Äh… ich meine geschrieben: Es war eine bodenlose Gemeinheit! Wie kann sie so etwas noch machen? Ich dachte immer, sie sei nett. Stimmt aber nicht. Jetzt ist ihre böse Natur zum Vorschein gekommen. Das war der Tagebucheintrag. Was soll ich jetzt damit anfangen?
12.8.13 13:22
 


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